Wohin mit dem Gartenüberschuss? Acht gute Ideen

Jeden Spätsommer das gleiche Bild. Die Zwetschken fallen schneller vom Baum, als man sie aufsammeln kann, die Zucchini werden über Nacht riesig und im Keller stapeln sich die Äpfel. Wegwerfen will das niemand. Hier sind acht Ideen, wie deine Ernte trotzdem Freude macht.

Laut den Zahlen des Umweltministeriums sind 2024 in Österreich rund 1,18 Millionen Tonnen Lebensmittel im Abfall gelandet, mehr als die Hälfte davon in privaten Haushalten. Was im Garten am Baum hängen bleibt oder gleich auf den Kompost wandert, taucht in dieser Statistik noch gar nicht auf.

1. Auf Erntbar verschenken oder verkaufen

Der schnellste Weg zu Menschen, die sich wirklich über deine Ernte freuen. Du machst ein Foto, legst fest, ob du verschenkst oder einen kleinen Preis nimmst, und dein Angebot erscheint auf der Karte. Interessierte aus deiner Umgebung melden sich im Chat und holen direkt bei dir ab. Erntbar ist kostenlos und funktioniert in ganz Österreich, auch wenn du nur einen Korb voll übrig hast. Wie es genau geht, erklärt unser Ratgeber Ernte verschenken oder verkaufen.

2. Nachbarn, Freunde und Kollegen fragen

Oft freut sich jemand ganz in der Nähe. Ein Korb mit Äpfeln im Büro, eine Nachricht in der Gruppe deiner Siedlung oder ein kurzes Läuten nebenan, und ein Teil der Ernte ist schon vergeben. Besonders ältere Menschen ohne eigenen Garten freuen sich über frisches Obst.

3. Eine Kiste zum Mitnehmen vor das Gartentor stellen

Ein Klassiker, der immer noch funktioniert. Stell eine Kiste mit einem Schild wie „Zum Mitnehmen, bitte bedient euch“ an den Gartenzaun. Das klappt besonders gut an Straßen, an denen viele Menschen zu Fuß oder mit dem Rad vorbeikommen. Bei Regen und großer Hitze sollte die Kiste aber nicht zu lange draußen stehen.

4. Einen Fairteiler oder Foodsharing nutzen

Fairteiler sind öffentliche Regale oder Kühlschränke, in die alle Lebensmittel hineinstellen und aus denen alle etwas mitnehmen dürfen. Viele davon betreut Foodsharing, manche stehen auch in Büchereien oder Gemeindezentren. Bring am besten Mengen, die schnell weggehen, und halte dich an die Hinweise vor Ort.

5. Bei Sozialmärkten und Tafeln nachfragen

Manche Sozialmärkte und Tafeln nehmen frisches Obst und Gemüse gerne an, andere können private Spenden nicht annehmen. Ruf deshalb vorher kurz an und frag, was gerade gebraucht wird.

6. Haltbar machen

Was nicht sofort gegessen wird, lässt sich gut aufheben. Zwetschken und Marillen werden zu Marmelade oder Röster, Äpfel zu Apfelmus oder Dörrobst, Paradeiser zu Sugo. Vieles kannst du auch blanchiert einfrieren. Für große Mengen Äpfel und Birnen lohnt sich frisch gepresster Saft. Frag beim Gartenbauverein in deiner Gemeinde, wo es in der Nähe eine Obstpresse gibt.

Und wenn am Ende mehr Gläser im Regal stehen, als du je essen kannst, kannst du auch dein Selbstgemachtes auf Erntbar anbieten.

7. Andere selbst pflücken lassen

Dir fehlt die Zeit zum Ernten? Dann lade andere zum Selberpflücken ein. Wer gerne erntet, kommt mit Leiter und Korb und nimmt mit, was er tragen kann. Auf Erntbar schreibst du einfach dazu, dass die Früchte noch am Baum hängen, und vereinbarst einen Termin. So bleibt kein Baum voller Obst ungenutzt.

8. Kompostieren, aber erst ganz zum Schluss

Was wirklich nicht mehr genießbar ist, gehört auf den Kompost. Dort wird es zu wertvoller Erde für die nächste Saison. Alles, was noch schmeckt, ist bei Menschen in deiner Nachbarschaft aber besser aufgehoben.

Unser Tipp für die nächste Erntezeit

Rechne schon beim Pflanzen damit, dass die Ernte manchmal größer ausfällt als gedacht. Wer früh im Jahr Gläser sammelt, die Gefriertruhe leer räumt und weiß, wo er seinen Überschuss teilen kann, erlebt den Herbst viel entspannter. Und vielleicht entsteht dabei sogar die eine oder andere neue Bekanntschaft in der Nachbarschaft.

Häufige Fragen

Was mache ich mit Fallobst?
Fallobst ohne Fäulnis eignet sich gut für Saft, Mus oder Kuchen. Auf Erntbar kannst du es als Fallobst beschreiben und gratis anbieten, viele verarbeiten es gerne weiter.
Was nehmen Fairteiler an?
Das ist je nach Fairteiler unterschiedlich. Frisches Obst und Gemüse ist meistens willkommen, die genauen Regeln hängen direkt beim Fairteiler aus.
Kostet es etwas, Obst auf Erntbar zu verschenken?
Nein. Erntbar ist kostenlos, und du entscheidest selbst, ob du deine Ernte verschenkst oder einen kleinen Preis verlangst.

Mach aus deinem Überschuss eine Freude

Stell deine Ernte auf Erntbar ein und finde Menschen in deiner Nähe, die sich darüber freuen.

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